Gute Planung ist bereits die halbe Miete. Wir haben zumindest diesen Teil relativ gut erfüllt und geben somit unser Wissen und die Erfahrungen gerne weiter.

Der Van

Da können wir nicht sehr behilflich sein. Das Fahrzeug ist uns quasi in die Arme gefallen bevor wir eigentlich wirklich mit dem Gedanken gespielt haben eine Reise mit einem Van zu starten. Informiert euch aber gut und nehmt Hilfe von jemandem in Anspruch, der was von Fahrzeugen versteht.

Reiseziel

Man hat den Van, nun überlegt man sich, wo es den hingehen soll und wie lange. Dementsprechend wird der Van dann ausgebaut. (Kälte, Wärme oder beides) Wir wollten ursprünglich nach 6 Monate Schweden haben uns dann aber nach einem halben Jahr Umbau umentschieden. Südamerika soll es werden. Geplant ist ein Jahr. Glücklicherweise haben wir für Schweden eine Heizung eingebaut, die wir für Südamerika vermutlich weggelassen hätten. Momentan unser treuster Begleiter.

Umbau

Das würde den Rahmen dieses Beitrages definitiv sprengen. Evtl. hat Massimo einmal Lust einen detaillierten Beitrag dazu zu schreiben. Momentan ist er aber gerade beschäftigt damit spanisch Wörter zu büffeln.

Verschiffung

Sobald man weiss, dass es auf einen anderen Kontinent geht, macht man sich Gedanken über das Verschiffen. Wir haben mit Seabridge verschifft, womit wir eigentlich zufrieden waren. Die Kommunikation war flüssig und hilfsbereit. Praktisch alle die wir kennen gelernt haben mit diesem Anbieter verschifft.

Montevideo war der Zielhafen. Das ist scheinbar der preiswerteste Hafen um nach Süd Amerika zu verschiffen. Also planten wir zum vereinbarten Ankommen des Frachters in Montevideo zu sein. Die Ankunft des Frachters verzögerte sich aber um fast zwei Wochen. Nach zig Airbnb wechseln und bereits 4 Wochen in Buenos Aires hatten wir darauf nur wenig Lust. Man konnte uns nie genau sagen, wann die Ankunft des Frachters sein würde und vertröstete uns alle zwei Tage… Wir mussten also lange warten, bis wir unser Baby endlich in Empfang nehmen konnten. Da wartete schon der nächste Schreck auf uns. Der Van war aufgebrochen. Das es zwei bis drei Tage Verspätungen geben kann wussten wir aber nicht gleich zwei Wochen. Das geht dann ziemlich ins Geld! Auf Einbrüche während der Überfahrt wurden wir vorgewarnt. Jetzt ist es aber so, dass man halt einfach nicht alles mit dem Flugzeug mitnehmen kann. Das es genau unseren Van getroffen hat, ist wohl eher ein Zufall, den wir haben ansonsten von keinem Reisenden gehört das ihm das Gleiche passierte. Man hätte auch noch mit dem Schiff mitfahren können (5 Wochen) was uns aber einfach zu teuer und zu langweilig erschien. Sollten wir das Auto zurück verschiffen würden wir uns dies überlegen.

Wir haben für alles inkl. Hafengebühr ca. CHF 3’000.- bezahlt. Das variiert aber je nach Grösse des Fahrzeuges.

Gebucht haben wir ca. 4 Monate bevor wir die Reise antraten.

Es gibt noch einen weiteren Anbieter und zwar Caravanshippers. Von diesen haben wir erst gehört als wir bereits bei Seabridge gebucht hatten und können aus diesem Grund auch nicht sagen ob dieser Anbieter besser oder schlechter geeignet ist.

Sprache

Wenn man in ein fremdes Land oder in unserem Fall, einen fremden Kontinenten besucht, möchte man gerne wenigstens Essen und Trinken selbständig bestellen können. Wir entschieden uns also (Danke Arianne) während wir auf den Van warteten, in Buenos Aires ein Sprachaufenthalt zu absolvieren. Darüber sind wir bis heute noch sehr dankbar. Dadurch kommen wir viel schneller und einfach ins Gespräch mit Einheimischen und können Probleme schneller lösen.

Krankenkasse, Steuern, Autonummer, Kreditkarten etc.Jetzt kommt der anstrengende und wichtige Teil.

Also zuerst einmal. Wir sind beide von der Schweiz abgemeldet. Sprich wir haben keinen Wohnsitz mehr bezahlen keine Steuern und Krankenkassen Beiträge. Wie funktioniert das?

Abmelden

Da geht man auf die Gemeinde, auf der man angemeldet ist. Dort holt man ein Formular womit man jemanden bevollmächtigt als Ansprechperson, falls noch Fragen offen wären. Anschliessend muss man noch ein Steuerformular ausfüllen. Dies alles auf den jeweiligen Ämtern abstempeln und schon ist das erledigt. Unbedingt eine Kopie der Abmeldebestätigung mitnehmen. Diese braucht ihr um euch per sofort von der Krankenkasse und dem Handyabo zu lösen. Neue Krankenkasse abschliessen!

Krankenkasse

Wir sind via Worldnomads versichert. Diese Versicherung haben wir ca. 1 Monat vor Reisebeginn abgeschlossen für ein Jahr (war das Maximum) kostet zwar etwas mehr als Hanse Merkur dafür muss man keinen deutschen Wohnsitz haben.

Autonummer

Das macht fast jeder so, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob dies auch wirklich hält wenn einmal etwas Schlimmes sein sollte. Momentan gibt es aber keine andere Lösung, sofern man sein Auto nicht alle 2 Jahre zum Vorführen in die Schweiz zurückschiffen will.

Die Lösung? Ein Fake Nummernschild. Kann man beispielsweise bei Turishop herstellen lassen (in 10 Minuten fertig) damit aber auf keinem Fall in Europa fahren. Wir haben unsere Originalen Nummernschildern vom Flughafen Düsseldorf zu Massimos Eltern geschickt, welche diese anschliessend zum Strassenverkehrsamt brachten. Den Fahrzeugausweis hat man dann halt einfach verloren, somit muss man den nicht abgeben.

Kreditkarten

Am einfachsten (profitabelsten) in Argentinien ist es momentan, wenn du dir von deinem Konto Geld an Western Union schickst. Somit hast du einen viel besseren Kurs als mit der Kreditkarte. Momentan kriegst du bei WU für CHF 1- 74 Argentinische Pesos bei der Kreditkarte 57 Argentinische Pesos. In Chile ist das dann wieder anders. Solltest du dich dennoch für eine zuverlässige Kreditkarte interessieren, dann schreib uns ein Mail oder Privat auf Instagram 😉

Unsere Route durch SüdamerikaHier 

Planung allgemein

Du kannst soviel planen, wie du willst. Am Ende kommt sowieso alles anders als geplant! Wir sind Ende August gestartet und Ende November in Ushuaia angekommen. Für uns ist dies die beste Reisezeit. Es hat wenig Touristen auf der Route nach unten und in Ushuaia ist es nicht mehr zu kalt. Falls du aber unsere genaue Route wissen willst und was wir alles besichtigten, folge uns auf Polarstep. Dort haben wir alles mit Bildern und einem kurzen Text dokumentiert. Wir haben noch den Tipp erhalten eine Inventarliste zu erstellen. Über diese wären wir im Nachhinein nun dankbar gewesen somit hätten wir schneller und einfacher herausgefunden was uns alles bei der Überfahrt geklaut wurde.

Ich könnte noch Stunden weiterschreiben, dass würde dann aber irgendwann in den Fingern schmerzen. Deshalb, falls du noch weitere Fragen haben solltest, hinterlasse einen Kommentar oder Schreib uns ein Mail oder via Instagram.

PS: Egal wie viel Kopfzerbrechen dir die Planung bereitet es lohnt sich! Du wirst so unglaublich tolle Erlebnisse erleben, versprochen!